Verfasste Studentenschaft: Mitte der 70er Jahre - Undogmatische Gruppen

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre machte sich an der Freien Universität Berlin wie an vielen anderen westdeutschen Hochschulen der Zerfall der studentischen sogenannten K-Gruppen bemerkbar, die mit radikalen Forderungen und Positionen die Universitäten politisiert und polarisiert hatten. An ihre Stelle traten antiautoritär geprägte Gruppen, die Alternativen zur klassischen linksdogmatischen Politik suchten und auf Selbstorganisation und Selbstbestimmung setzten. Sie bezeichneten sich als Spontis oder – nach ihrem basisdemokratischen Selbstverständnis als Basisgruppen.



 

Die Volkswirtin Dr. Mathilde Lüken Klaßen studierte und promovierte an der Freien Universität Berlin und war unter anderem Mitglied des ersten Studentenparlaments und des ersten AStA und des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der MSB Spartakus (Marxistischer Studentenverband Spartakus) wurde 1971als Hochschulorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) gegründet. Die orthodox-kommunistische Organisation löste sich 1990 auf.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) wurde 1968 als Nachfolgeorganisation der 1956 verbotenen KPD gegründet. Die im Wesentlichen von der DDR finanzierte Partei verlor nach 1989 ihre Bedeutung.

Peter Lange studierte von 1976 bis 1984 an der Freien Universität und war Leiter des Präsidialamtes (1994-2000) und Kanzler der Universität (2001-2015). Als Student war er unter anderem Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Begriff „staatsmonopolistischer Kapitalismus“ (Stamokap) entstammt den klassischen marxistisch-leninistischen Theorien. Im hochschulpolitischen Sprachgebrauch wurden damit Gruppierungen bezeichnet, deren gesellschaftspolitische Idealvorstellungen denen der Länder des „Real existierenden Sozialismus“ entsprachen, also Staaten wie der DDR und der UdSSR

„Gewerkschaftliche Orientierung“ (GO) war in den 1970er Jahren ein strategisches hochschulpolitisches Konzept, das von Organisationen wie dem MSB Spartakus, aber auch Teilen der Juso-Hochschulgruppen vertreten wurde. Studentinnen und Studenten wurden dabei als Teil der Arbeiterklasse verstanden, deren Interessen sich mit denen der Gewerkschaften deckten.

Sponti war die Selbstbezeichnung der in den 1970er Jahren entstehenden Studenten- und Jugendbewegung. Sie zeichnete sich durch Abgrenzung von traditionellen Parteien und dogmatischen Theorien aus, lehnte Hierarchien ab, entwickelte eigene subkulturelle Strukturen (z.B. Alternativpresse) und verstand Ironie als politische Ausdrucksform.



 

Dr. Dr. Michael Pohly studierte und promovierte an der Freien Universität Berlin als Ethnologe und Mediziner. Er war Mitglied im ersten Studentenparlament und im AStA und als Vertreter von Studentenschaft und akademischem Mittelbau Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Unabhängige Studentenausschuss (UStA) war der in den studentischen Streikbewegungen Mitte der 1970er Jahre entstandene Versuch, eine staatsunabhängige Interessensvertretung aufzubauen. Die Motivation dafür lag im Wesentlichen in der Enttäuschung über die mangelnden Mitwirkungsmöglichkeiten in den Gremien der Universität, die die Erwartungen der Studentenschaft an die Hochschulreform der späten 1960er Jahre nicht erfüllten. Wesentlicher Träger des UStA waren Basisgrupen/Spontis.

KPD/ML, KBW und KSV waren die prominentesten der so genannten K-Gruppen; die meisten dieser studentischen Gruppierungen orientierten sich theoretisch am Maoismus, der chinesischen Variante des Marxismus-Leninismus.


 

Peter Lange studierte von 1976 bis 1984 an der Freien Universität und war Leiter des Präsidialamtes (1994-2000) und Kanzler der Universität (2001-2015). Als Student war er unter anderem Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Unabhängige Studentenausschuss (UStA) war der in den studentischen Streikbewegungen Mitte der 1970er Jahre entstandene Versuch, eine staatsunabhängige Interessensvertretung aufzubauen. Die Motivation dafür lag im Wesentlichen in der Enttäuschung über die mangelnden Mitwirungsmöglichkeiten in den Gremien der Universität, die die Erwartungen der Studentenschaft an die Hochschulreform der späten 1960er Jahre nicht erfüllten. Wesentlicher Träger des UStA waren Basisgrupen/Spontis.

Mit dem „Gesetz über die Auflösung der Verfassten Studentenschaft“ schaffte der Senat von Berlin im April 1969 als einziges Bundesland an den Universitäten AStA und Studentenparlament ab. Der Widerstand gegen diese Maßnahme blieb gering, da sich die studentischen Hochschulorganisationen größeren Einfluss auf die Universität durch geänderte Paritäten in den Gremien erhofften.


 

Dr. Dr. Michael Pohly studierte und promovierte an der Freien Universität Berlin als Ethnologe und Mediziner. Er war Mitglied im ersten Studentenparlament und im AStA und als Vertreter von Studentenschaft und akademischem Mittelbau Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Unabhängige Studentenausschuss (UStA) war der in den studentischen Streikbewegungen Mitte der 1970er Jahre entstandene Versuch, eine staatsunabhängige Interessensvertretung aufzubauen. Die Motivation dafür lag im Wesentlichen in der Enttäuschung über die mangelnden Mitwirungsmöglichkeiten in den Gremien der Universität, die die Erwartungen der Studentenschaft an die Hochschulreform der späten 1960er Jahre nicht erfüllten. Wesentlicher Träger des UStA waren Basisgrupen/Spontis.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre machte sich an der Freien Universität Berlin wie an vielen anderen westdeutschen Hochschulen der Zerfall der studentischen sogenannten K-Gruppen bemerkbar, die mit radikalen Forderungen und Positionen die Universitäten politisiert und polarisiert hatten. An ihre Stelle traten antiautoritär geprägte Gruppen, die Alternativen zur klassischen linksdogmatischen Politik suchten und auf Selbstorganisation und Selbstbestimmung setzten. Sie bezeichneten sich als Spontis oder – nach ihrem basisdemokratischen Selbstverständnis als Basisgruppen.



 

Die Volkswirtin Dr. Mathilde Lüken Klaßen studierte und promovierte an der Freien Universität Berlin und war unter anderem Mitglied des ersten Studentenparlaments und des ersten AStA und des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der MSB Spartakus (Marxistischer Studentenverband Spartakus) wurde 1971als Hochschulorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) gegründet. Die orthodox-kommunistische Organisation löste sich 1990 auf.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) wurde 1968 als Nachfolgeorganisation der 1956 verbotenen KPD gegründet. Die im Wesentlichen von der DDR finanzierte Partei verlor nach 1989 ihre Bedeutung.

Peter Lange studierte von 1976 bis 1984 an der Freien Universität und war Leiter des Präsidialamtes (1994-2000) und Kanzler der Universität (2001-2015). Als Student war er unter anderem Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Begriff „staatsmonopolistischer Kapitalismus“ (Stamokap) entstammt den klassischen marxistisch-leninistischen Theorien. Im hochschulpolitischen Sprachgebrauch wurden damit Gruppierungen bezeichnet, deren gesellschaftspolitische Idealvorstellungen denen der Länder des „Real existierenden Sozialismus“ entsprachen, also Staaten wie der DDR und der UdSSR

„Gewerkschaftliche Orientierung“ (GO) war in den 1970er Jahren ein strategisches hochschulpolitisches Konzept, das von Organisationen wie dem MSB Spartakus, aber auch Teilen der Juso-Hochschulgruppen vertreten wurde. Studentinnen und Studenten wurden dabei als Teil der Arbeiterklasse verstanden, deren Interessen sich mit denen der Gewerkschaften deckten.

Sponti war die Selbstbezeichnung der in den 1970er Jahren entstehenden Studenten- und Jugendbewegung. Sie zeichnete sich durch Abgrenzung von traditionellen Parteien und dogmatischen Theorien aus, lehnte Hierarchien ab, entwickelte eigene subkulturelle Strukturen (z.B. Alternativpresse) und verstand Ironie als politische Ausdrucksform.



 

Dr. Dr. Michael Pohly studierte und promovierte an der Freien Universität Berlin als Ethnologe und Mediziner. Er war Mitglied im ersten Studentenparlament und im AStA und als Vertreter von Studentenschaft und akademischem Mittelbau Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Unabhängige Studentenausschuss (UStA) war der in den studentischen Streikbewegungen Mitte der 1970er Jahre entstandene Versuch, eine staatsunabhängige Interessensvertretung aufzubauen. Die Motivation dafür lag im Wesentlichen in der Enttäuschung über die mangelnden Mitwirkungsmöglichkeiten in den Gremien der Universität, die die Erwartungen der Studentenschaft an die Hochschulreform der späten 1960er Jahre nicht erfüllten. Wesentlicher Träger des UStA waren Basisgrupen/Spontis.

KPD/ML, KBW und KSV waren die prominentesten der so genannten K-Gruppen; die meisten dieser studentischen Gruppierungen orientierten sich theoretisch am Maoismus, der chinesischen Variante des Marxismus-Leninismus.


 

Peter Lange studierte von 1976 bis 1984 an der Freien Universität und war Leiter des Präsidialamtes (1994-2000) und Kanzler der Universität (2001-2015). Als Student war er unter anderem Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Unabhängige Studentenausschuss (UStA) war der in den studentischen Streikbewegungen Mitte der 1970er Jahre entstandene Versuch, eine staatsunabhängige Interessensvertretung aufzubauen. Die Motivation dafür lag im Wesentlichen in der Enttäuschung über die mangelnden Mitwirungsmöglichkeiten in den Gremien der Universität, die die Erwartungen der Studentenschaft an die Hochschulreform der späten 1960er Jahre nicht erfüllten. Wesentlicher Träger des UStA waren Basisgrupen/Spontis.

Mit dem „Gesetz über die Auflösung der Verfassten Studentenschaft“ schaffte der Senat von Berlin im April 1969 als einziges Bundesland an den Universitäten AStA und Studentenparlament ab. Der Widerstand gegen diese Maßnahme blieb gering, da sich die studentischen Hochschulorganisationen größeren Einfluss auf die Universität durch geänderte Paritäten in den Gremien erhofften.


 

Dr. Dr. Michael Pohly studierte und promovierte an der Freien Universität Berlin als Ethnologe und Mediziner. Er war Mitglied im ersten Studentenparlament und im AStA und als Vertreter von Studentenschaft und akademischem Mittelbau Mitglied des Akademischen Senats.

Erläuterungen zum Kapitel:

Der Unabhängige Studentenausschuss (UStA) war der in den studentischen Streikbewegungen Mitte der 1970er Jahre entstandene Versuch, eine staatsunabhängige Interessensvertretung aufzubauen. Die Motivation dafür lag im Wesentlichen in der Enttäuschung über die mangelnden Mitwirungsmöglichkeiten in den Gremien der Universität, die die Erwartungen der Studentenschaft an die Hochschulreform der späten 1960er Jahre nicht erfüllten. Wesentlicher Träger des UStA waren Basisgrupen/Spontis.